Interview mit TV-Griller Andreas Rummel

Andreas Rummel - Bild Copyright Guido Werner GWP
© Guido Werber GWP
Anlässlich seines vor kurzem vorgestellten neuen Buchs: „Die hohe Schule des Grillens – Das Beste für Rost und Spieß“ haben wir die Chance genutzt und dem international erfolgreichen Barbecue-Experten und Buchautor Andreas Rummel einige Fragen rund um das elektrische Grillen und sein Buch gestellt. So erfahrt ihr in diesem Interview ein bisschen mehr über Andreas Rummel, warum er noch ein weiteres Buch geschrieben hat, ob seine Rezepte auch auf einem Elektrogrill nachgrillbar sind und wie allgemein seine Zukunft, aber auch die Zukunft des Grillens aussieht. Nun aber viel Spaß mit dem Interview:

Falls jemand noch nicht Andreas Rummel kennt, was müsste er über Sie auf jeden Fall wissen?

Ich bin derjenige, der dich zum Held deiner nächsten Grillparty macht ;-). Am besten ist es, mich live in Aktion bei einem meiner vielen Grillseminare kennenzulernen. Ein Motto meiner Seminare ist: „Es gibt kein Lebensmittel, was man nicht auf dem Grill veredeln kann.“ Das Grundprodukt z.B. Fleisch wird mit der richtigen Technik und dem richtigen Know-How zu Biss (Textur) und Saftigkeit, auf den Punkt zubereitet. Wenn das geschafft ist, geht es an die Marinaden und Gewürze.

Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für das Grillen entdeckt? Gab es einen Aha-Effekt?

Ein qualmender Holzkohlegrill hat mich schon als Kind fasziniert. Weniger die oft verkohlten Würste meines Vaters, sondern der tolle Geruch. Ich war zwar nie ein großer Wurstfan, dennoch habe ich 2003 ein Grillseminar in Erfurt besucht. Dort wurde mein ganzes bisheriges Grillwissen über den Haufen geworfen und ich vom „Bazillus Grillus“ infiziert.

Sie haben schon zwei andere Bücher geschrieben. Warum folgt mit "Die hohe Schule des Grillens" ein weiteres und was ist an diesem so besonders?

In dem Buch die „Hohe Schule des Grillens“ habe ich all das Wissen aufgeschrieben, das ich mir in den letzten Jahre durch Gespräche mit Wissenschaftlern, Branchenkennern, Grill- und Kochkollegen und durch eigene Erfahrungen und viel experimentieren angeeignet habe. Ich wollte mit Grillmythen aufräumen und begeisterten Grillern und Gastronomen neue Ideen liefern. Da ich auch viel in der gehobenen Gastronomie unterwegs bin, habe ich mir dort natürlich auch einige Techniken abgeschaut und sie für den Grill brauchbar umgesetzt.

In Ihrem Buch empfehlen sie den Gasgrill, aber auch mit dem Holzkohlegrill (wenn auch kniffliger) sollen sich die Rezepte nachgrillen lassen. Wie sieht es mit denjenigen aus die, beispielsweise als Wohnungsbesitzer, nur zum Elektrogrill greifen können?

Einige der Rezepte habe ich im Studio auch auf einem Elektrogrill (Steba) zubereitet und war vom Handling und von der Qualität überzeugt. Den Röstaromen ist es egal, wo die Hitze herkommt. Ich vermisse beim Elektrogrill mit Bratplatte allerdings die Strahlungshitze, ansonsten ist es eine einfache und saubere Art des Grillens.

Welches der Gerichte ist ihr Lieblingsgericht und sollte auf jeden Fall gleich nachgegrillt werden, wenn man das Buch das erste Mal aufschlägt?

Das ist eine schwierige Frage. Ich habe in das Buch ja nur die Gerichte geschrieben, die ich selbst gern esse. Das aufwendigste Rezept für mich war der Rehrücken im Steinpilzölteig. Dafür habe ich lang experimentiert und herumgebastelt. Es hat sich gelohnt! Jedes Gericht hat eine eigene Geschichte.

Im Buch gibt es neben praktischem Wissen und vielen Rezepten auch einen theoretischen Teil rund um das Grillen, der sich unter anderem mit chemischen Prozessen befasst. Glauben Sie das interessiert den Durchschnittsgriller, der am Wochenende nur gemütlich Grillen möchte?

Wer nicht nur Durchschnitt bleiben will, den sollte es interessieren. Wer nur Tiefkühlpizza in den Backofen schieben will, braucht auch kein Kochbuch in dem steht, was da eigentlich genau im Backofen passiert. Ich selbst gehe gern auf Grillpartys egal ob da nur ein Würstchen oder Nackensteak auf den Grill kommt. Es geht nicht um „Grill Cuisine“, sondern um die Stimmung und das Zusammensein mit Freunden. Die Zielgruppe des Buches ist die ständig steigende Zahl der kreativen und ambitionierten Hobbygriller. Die große Zahl der Besucher von Grillseminaren und die steigenden Verkaufszahlen von hochwertigen Grills zeigen, dass ein großes Interesse an Theoriewissen rund um das Grillen besteht.

Wird sich das Grillen in naher Zukunft irgendwie verändern? In welche Richtung könnte es gehen?

Durch die ständig steigenden Verkaufszahlen von praktischen Gasgrills denke ich, dass in Zukunft noch mehr gegrillt wird. Ein hochwertiger, moderner Grill ist so vielseitig wie eine Außenküche: Egal, ob Grillen, Kochen, Braten, Backen oder Räuchern. Da kommt man von Arbeit schaut in den Kühlschrank und wirft mal eben fix den Grill anstelle des Herdes an. Auch Wintergrillen ist mittlerweile sehr beliebt. Je einfacher, schneller und praktischer der Umgang mit der Technik ist, desto öfter wird gegrillt

Was haben Sie noch für die Zukunft geplant?

Ich werde auf alle Fälle neugierig bleiben und weitere kreative Rezepte mit und ohne Fleisch rund um den Grill entwickeln. Wegen der großen Nachfrage nach grillspezifischen Schulungen für die Gastronomie werde ich in diesem Bereich verstärkt tätig sein und mit Gastronomen nach Objektbezogenen Lösungen für ihre Außengastronomie suchen.

Vielen Dank für das Interview!





Interview vom 09.06.2014

comments powered by Disqus