Direktes Grillen vs. Indirektes Grillen


Direktes und Indirektes Grillen mit Elektrogrill

Wenn man mal etwas in die Grillwelt abtaucht, wird man schnell in den Kontakt mit direktem und indirektem Grillen kommen. Als Elektrogriller wird man dann schnell mit der Behauptung konfrontiert, mit einem elektrischen Grill wäre indirektes Grillen gar nicht möglich. Das dem nicht so ist und was man genau unter direkten bzw. indirekten Grillen versteht, das erfahrt man nachfolgend.



Am häufigsten wird wohl direkt gegrillt. Unter dem direkten Grillen versteht man die Platzierung des Grillguts direkt über der Hitzequelle. Bei einem Kohlegrill grillt man also dann direkt, wenn das Grillgut genau über den glühenden Kohlen liegt. Überträgt man das auf den Elektrogrill, wird rein theoretisch immer direkt gegrillt, da man eine beheizbare Grillfläche hat und darauf direkt das Grillgut legt.

Beim direkten Grillen kommt der Grill richtig in Fahrt. Temperaturen zwischen bis zu 300 Grad Celsius sind normal, sodass sich diese Grillmethode vor allem für Grillgut mit sehr kurzen Garzeiten, wie Steaks, Koteletts oder auch Würstchen eignet. Beim Fleisch schließen sich durch die hohen Temperaturen innerhalb kürzester Zeit die Poren, weshalb es innen drin schön saftig bleibt. Normalerweise wird ein Steak beispielsweise dann auch nur einmal mit einer Grillzange (nicht mit der Gabel rein stechen!) gewendet und anschließend serviert.

Vergleichbar ist das direkte Grillen übrigens mit dem scharfen Anbrate von Fleisch in der Pfanne.

Geeignet für das direkte Grillen ist Grillgut, das eine Garzeit von weniger als 15 Minuten hat. Dazu zählt beispielsweise:

  • Garnelen
  • Würstchen
  • Steaks
  • Koteletts
  • ...

Während beim direkten Grillen hohe Temperaturen und nur eine kurze Grillzeit angesagt sind, wird das Grillgut beim indirekten Grillen schonend bei geringen Temperaturen zubereitet. Dafür wird beim indirekten Grillen ein Grill mit Deckel benötigt. Bei einem Gasgrill oder Kohlegrill wird der Grill dabei in zwei Hälften aufgeteilt. So wird beim Gasgrill auf einer Seite die Flammen angestellt, auf der anderen Seite bleiben sie aus. Beim Kohlegrill werden die Kohlen entweder auf die eine Hälfte geschoben, oder man teilt die Kohle in zwei Teile auf und schiebt sie jeweils an den Rand, lässt die Mitte aber frei. Das Grillgut selbst wird nun genau an die Stelle gelegt, an der kein Feuer/keine Kohlen darunter sind, sondern eine Auffangschale mit Wasser, damit das herunter tropfende Fett nicht in die Glut gelangt und verbrennt. Das Grillgut kommt also nicht direkt mit den Flammen und damit mit der Hitze in Kontakt. Anschließend wird der Deckel geschlossen und der Garvorgang kann starten.

Die Idee hinter dem indirekten Grillen ist die Luftzirkulation im Inneren des Grills. Hier kann man wieder auf eine Küchenanalogie zurückgreifen: dem Umluftprogramm im Backofen. Wie auch im Backofen bekommt das Grillgut von allen Seiten gleichmäßig Wärme ab und muss nicht gewendet werden. Auch das einseitige Anbrennen, das beim direkten Grillen vorkommen kann, ist beim indirekten Grillen schwer möglich.

Das indirekte Grillen eignet sich für alle große Bratenstücke die eine Garzeit von mehr als 15 Minuten haben. Das können dicke Fleischstücke oder ganze Braten sein. Weiteres Grillgut für das indirekte Grillen:

  • Hähnchen
  • Gans
  • Braten
  • ...

Indirektes Grillen beim Elektrogrill

Grundsätzlich muss man sagen, dass ein Elektrogrill prinzipiell nicht für das indirekte Grillen ausgelegt ist. Das fängt schon bei einem Grilldeckel an. Die meisten elektrischen Grills besitzen keinen Deckel / Abdeckhaube, dieser ist aber zwingend notwendig, damit die heiße Luft im inneren zirkulieren kann. Nun gibt es aber durchaus auch Elektrogrills, die einen Deckel besitzen, beispielsweise alle Modelle von Weber. Weiter müsste der elektrische Grill nicht nur einen Deckel, sondern auch mindestens zwei getrennt regulierbare Grillflächen besitzen, bei denen man die eine Grillfläche voll aufdrehen kann, während die andere komplett aus bleibt. Solche Elektrogrills mit getrennt regulierbarer Thermostate und Grillflächen kann man an einer Hand abzählen (z.B. Krups TG7002 Tischgrill K1846 oder Tefal TG 8000 BBQ Family Elektrogrill) und diese besitzen üblicherweise keinen Deckel.


Wer oberes Video schon angeschaut hat, der wird schon wissen, dass immerhin letzteres Problem mit den zwei getrennten Grillflächen beim Elektrogrill umgehen werden kann. Demnach wird für das indirekte Grillen mit dem elektrischen Grill nur ein Deckel zwingend benötigt. Das Problem mit dem direkten Kontakt des Grillguts mit der heißen Grillplatte umgeht man damit, in dem eine Aluschale/Metallschale als Tropfschale in die Mittel des Grills legt. Auf die Schale kommt nun ein Gitter ((im Video wurde ein spezieller Bratenkorb genommen) auf dem das Grillgut liegt. Damit hat das Grillgut keinen direkten Kontakt mehr mit der heißen Grillfläche und nach dem Schließen des Deckels beginnt auch im elektrischen Grill das indirekte Grillen.